Der Angriff vom 29.Juni 1943 


Im Unterschied zum 31.Mai 1942 stellte der 29.Juni 1943 kein singuläres Ereignis dar. Am 4. und 9. Juni 1943 ließen die Alliierten zwei fast ebenso große Luftangriffe folgen, die viele Tote, tausende Verletzte und zehntausende von Obdachlosen forderten. Nahezu das gesamte Stadtgebiet war betroffen und das gesamte Gemeinwesen befand sich in einem Zustand der Auflösung. Man zählteinsgesamt 350.000 bis 400.000 Obdachlose.

„tausende Menschen sind am lebendigen Leibe verbrannt. Es ist immer wieder furchtbar durch die Stadt zu gehen und nichts wie Trümmer und leer stehende Fassaden zu sehen.
Von der Innenstadt steht kein Haus mehr. Ich glaube, wenn da in der Innenstadt noch 50 Häuser stehen, ist das sogar noch übertrieben. Köln ist nicht mehr.“

„alles was nur weg kann zieht aus Köln heraus. Das ist ein Wandern und flüchten, unvorstellbar. Leider dürfen die meisten nicht heraus, sonst wäre auch bestimmt kein Mensch mehr hier. Aber man wird ja von der Polizei zurückgeholt. Also zwecklos.

In Köln kursierte nach dem 29.Juni 1943 ein neuer Witz.

- Weißt Du was feige ist? Nein! Feige ist, wenn sich einer aus Köln freiwillig an die Ostfront meldet!

Zwar wurde überall nach Kräften gearbeitet und beispielsweise in Schildergasse und Hohe Straße, mittlerweile,bis an den Stadtrand reichende Gleise, einer Feldbahn, gelegt, die fortlaufend Schutt abfährt, um die Straßen wieder frei zu machen.

Doch angesichts der Trümmerberge reichte die Phantasie der Kölner zu diesem Zeitpunkt Nicht einmal mehr aus, sich vorzustellen, wo der ganze Schutt hingebracht werden könne. Man glaubte durchweg nicht, dass die Kinder oder Enkel der Überlebenden die Neuerstehung der Stadt erleben würden.

RATHAUS,
© Stadtkonservator Stadt Köln
Zerstörte Altstadt,
© Stadtkonservator Stadt Köln
DIE IM SCHATTEN STEHN
Öl auf Holz/ Collage
80 x 60cm
2010
KLAGEMAUER,
Öl auf Holz/ Collage
80 x 95cm
2009
KRIEGSKINDHEIT -ÜBERLEBT-
Öl auf Leinen
50 x 60cm
2011
Heumarkt,
© Stadtkonservator Stadt Köln

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